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Forschungsprojekt
»Komplexität in Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft«

Die zunehmende Komplexität in Forschung und Gesellschaft beschleunigt sich durch neue Phänomene wie Big Data, Digitalisierung, Migrationsströme, Technologisierung oder auch Automatisierung. Daraus ergibt sich für die Wissenschaft die Pflicht, Strategien für einen erfolgreichen Umgang mit Komplexität und die Lösung komplexer Probleme aufzuzeigen. Die Auseinandersetzung mit diesen Erwartungen ist einer von vielen Ausgangspunkten des Forschungsprojekts.

Übergreifendes Ziel ist es, unterschiedliche Konzepte von Komplexität und deren theoretische Begründung aus interdisziplinärer Perspektive zu untersuchen und damit nicht nur neue Muster für den praktischen Umgang mit Komplexität aufzuzeigen, sondern auch neue Einsichten für die wissenschaftliche Forschung selbst zu erhalten. Ein Ausgangspunkt des Projekts ist die wissenschaftsphilosophische Definition von Komplexität als Eigenschaft von Systemen, die aufgrund des Zusammenwirkens ihrer Elemente ein unerwartetes und nicht zu prognostizierendes Verhalten zeigen. In inter- und transdisziplinärer Zusammenarbeit von Natur- und Geisteswissenschaften wird Fragen nachgegangen, ob und wie eine solche Definition sowohl auf naturwissenschaftliche Systeme als auch auf kulturelle und soziale Systeme zutreffen und angewandt werden kann.

Die Forschergruppe »Komplexität« beim Arbeitstreffen mit dem südafrikanischen Kosmologen George Ellis (01. April 2019).

Entwicklung und Arbeitsweise des Projekts

Seit Anfang 2017 arbeiten Forscherinnen und Forscher unterschiedlicher Fachrichtungen der Goethe-Universität im Projekt »Komplexität in Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft« zusammen. Nach einer erfolgreichen, von der Aventis Foundation geförderten Pilotphase erhielt das Projekt unter Leitung von Prof. Dr. Harald Schwalbe (Chemie) und Prof. Dr. Dr. Matthias Lutz-Bachmann (Philosophie) eine weitere Förderzusage für 2018 und 2019.

Die Forschergruppe setzt sich vorwiegend aus Natur- und Lebenswissenschaftlern der Goethe-Universität und der Universität Darmstadt, aber auch aus Geisteswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern anderer Institutionen aus dem In- und Ausland zusammen. Sie trifft sich regelmäßig am Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität (FKH), an dem das Projekt administrativ angesiedelt ist. Zudem werden gemeinsame Workshops und Vorträge veranstaltet, zu denen international renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eingeladen werden, um mit der Forschergruppe zu unterschiedlichen Aspekten und Themen im Rahmen der Komplexitäts-Frage zu diskutieren.

Einen wichtigen Bestandteil der Projektarbeit bilden die Complexity-Fellowships, in deren Rahmen internationale Gastwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler an das FKH eingeladen werden. Dort wird ihnen Gelegenheit zu eigener Forschung und aktiver Mitwirkung an den Fragestellungen und Veranstaltungen des Projekts gegeben.

Mit freundlichen Untersützung der