Felix Steilen



Fellow des Forschungsprojektes »Komplexität in Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft«

Aufenthalt am Forschungskolleg Humanwissenschaften:
März 2019–März 2020

Forschungsthema am Forschungskolleg Humanwissenschaften:
»Entwurf zu einer Begriffsgeschichte der Komplexität im sozialen Denken der Neuzeit«

Projektbeschreibung:
Mein Projekt entwirft eine Geschichte des modernen Begriffs der Komplexität als Kategorie sozialen und politischen Denkens. Dabei liegt der Fokus auf der modernen Gesellschaftstheorie, wo der Begriff prominent zur Beschreibung komplexer sozialer Systeme herangezogen wird (Durkheim, Luhmann) und wissenschaftsphilosophischen Charakter hat (Debatten um Emergenz, Holismus, Evolutionstheorie etc.). Im Allgemeinen bezeichnet der Begriff der Komplexität hier eine Irreduzibilität des Sozialen auf einzelne Kausalursachen, was Folgen hat für eine Erklärung des gesellschaftlichen Ganzen sowie für eine Prognostik seiner Entwicklung. Mein Vorhaben beginnt mit Gesellschaftsvertragslehren des 18. Jahrhunderts (Hobbes, Rousseau, Montesquieu), berücksichtigt die Protosoziologie der Gegenaufklärung (Cortés, Maistre, Bonald), ihre frühsozialistischen Kontrahenten (Saint-Simon, Comte, Proudhon) sowie wichtige Gesellschaftstheorien des 19. Jahrhunderts (Spencer, Durkheim, Simmel), bis hin zur Theorie sozialer Systeme im 20. Jahrhundert. (Felix Steilen)

Zusammenarbeit:
Felix Steilen ist als Fellow des Forschungsprojektes »Komplexität in Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft« zu Gast am Forschungskolleg Humanwissenschaften. Das Projekt wird geleitet von Matthias Lutz-Bachmann (Professor für Philosophie an der Goethe-Universität) und Harald Schwalbe (Professor für Organische Chemie und Chemische Biologie an der Goethe-Universität). Es wird über einen Zeitraum von drei Jahren (2017–2019) von der Aventis Foundation gefördert.



Wissenschaftliches Profil von Felix Steilen


Felix Steilen hat jüngst seine Dissertation über die Geschichtsphilosophie der klassischen Soziologie (»Die Repräsentation historischer Wirklichkeit in der modernen Gesellschaftstheorie«) an der Humboldt-Universität zu Berlin verteidigt, die er nun in Buchform bringt. 2016–2019 war er Minerva Fellow am Department of History der Tel Aviv University, zuvor Visiting Scholar am Committee on Social Thought der University of Chicago sowie Visiting Graduate Student an der New School for Social Research in New York.

Website:
Weitere Informationen zu Felix Steilen finden Sie hier.

Forschungsschwerpunkte:
Politische und soziologische Theorie, moderne Ideengeschichte, Geschichtsphilosophie

Veröffentlichungen (Auswahl):
  1. »Löwith and Nietzsche: Notes on Recurrence«, in: Galili Shahar und Felix Steilen (Hrsg.): Karl Löwith. Welt, Geschichte und Deutung. Tel Aviver Jahrbuch für Deutsche Geschichte/Tel Aviv Yearbook of German History 2019, Göttingen: Wallstein 2019.
  2. »Die Probleme der Geschichtsphilosophie (1892, 1905/1907) «, in: Hans-Peter Müller und Tilman Reitz (Hrsg.): Simmel Handbuch. Begriffe, Hauptwerke, Aktualität, Berlin 2018.
  3. »Zur Politischen Ikonologie der Palmach«, in: Leviathan. Berliner Zeitschrift für Sozialwissenschaften, Sonderband 34 (2018) über Politische Ikonographie und Differenzrepräsentation, S. 336-360.
  4. »Die Innenwelt der Außenwelt. Dargestellte Wirklichkeit in der Theorie historischer Repräsentation«, in: Paula Diehl und Felix Steilen (Hrsg.): Politische Repräsentation und das Symbolische. Historische, politische und soziologische Perspektiven, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2016, S. 65-84.