Christian Heller



Blogger und Netztheoretiker, Berlin

Aufenthalt am Forschungskolleg Humanwissenschaften:
Oktober 2012

Forschungsthema am Forschungskolleg Humanwissenschaften:
»Internet-Meme und Techniken des digitalen Selbst«

Projektbeschreibung:
Theoretisch und experimentell forsche ich zu Techniken des digitalenrnSelbst: Welche Ideen und Verfahren werden von Einzelnen wie von Gruppen verfolgt, um sich im Netz identitär zu präsentieren und zu verknüpfen?rnDazu kann etwa die Gestaltung einer persönlichen Website gehören, ein Facebook-Profil oder die Teilnahme an Web-Foren und Chats; aber auch das futuristische Konzept des »Mind Upload« – das Projekt der vollständigen Digitalisierung von Gedächtnis und Bewusstsein. Bisher habe ich diese Fragen vor allem unter dem Aspekt der Privatsphäre bzw. ihrer Erosion im digitalen Zeitalter behandelt. In diesem Zusammenhang wirke ich auch an der Tagung »Identität im Internet« mit, die vom 23. bis 24. Oktoberrn2012 am Forschungskolleg stattfindet; dort werde ich unter anderem die Position der »Post-Privacy«-Bewegung skizzieren. Gleichzeitig arbeite ich inzwischen verstärkt am Thema »Internet-Meme«; so werden Internet-spezifische Textformen genannt, die sich in der Netzkultur viral und oft als Identitäts-Marker bestimmter Communities ausbreiten.rnIch arbeite als Koautor an einem Buch zu diesem Thema. (Christian Heller)

Zusammenarbeit:
Während seines Aufenthaltes arbeitet Christian Heller zusammen mit Kathrin Passig (freie Autorin, Berlin) im Rahmen des Projektes »Digitales Selbst. Ende der Privatheit ‒ Befreiung oder Bedrohung?«. Das Projekt wird gefördert von der Johanna Quandt Universitäts-Stiftung.

Wissenschaftliches Profil von Christian Heller


Forschungsschwerpunkte:
Geschichte der Internet-Kultur, von der frühen Hacker-Szene bis zu Alltag und Communities im »Web 2.0«; historischer Wandel der Privatsphäre im digitalen Zeitalter (»Post-Privacy«); Internet-Meme als Netzkultur-spezifische Textform

Veröffentlichungen (Auswahl):
  1. Post Privacy: Prima leben ohne Privatsphäre, München: Beck 2011.
  2. rn
  3. »GUROchan: imageboard perversion and the reinvention of bodies«, in: Of Intercourse and Intracourse. Sexuality, Biomodification and the Techno-Social Sphere, Wien: edition mono 2011.
  4. rn
  5. »Killing (the power of) time. Archiving selves, cities, histories and universes«, in: Mind and Matter. Comparative Approaches towards Complexity, Bielefeld: transcript 2011.
  6. rn
  7. »Die ›Ideologie Datenschutz‹ und ›Die Ressource Ignoranz‹, in: Medienwandel kompakt 2008‒2010, Baden-Baden: Nomos 2011.

Weitere Tätigkeiten:
rnChristian Heller hat seit 2007 als gelegentlicher Filmkritiker und Kommentator zu Themen der Netzpolitik und -kultur für verschiedene Online-Magazine (z.B. critic.de, carta.info, fudder.de) gearbeitet. 2008 begründete er das Coworking-Space-Netzwerk Hallenprojekt.de und 2009 die DIY-Plattform Bausteln.de mit. Seit 2008 hat er auf Konferenzen über Neue Medien, Hacker-Themen und Netzpolitik (z.B. Transmediale, Lift Geneva, re:publica, Chaos Communication Congress) gesprochen. Seit 2009 macht er Seminare über das Zusammenwirken technologischer und sozialer Entwicklung für das DGB Bildungswerk. Seit 2004 betreibt er auf www.plomlompom.de diverse eigene publizistische Web-Projekte. In seinem PlomWiki protokolliert er seit zweieinhalb Jahren als Post-Privacy-Experiment öffentlich seinen Tagesablauf und diverse seiner Finanzströme.