Gustavo Leyva



Professor für Philosophie, Universidad Autónoma Metropolitana, Mexiko

Aufenthalt am Forschungskolleg Humanwissenschaften:
September 2019–März 2020

Forschungsthema am Forschungskolleg Humanwissenschaften:
»Jürgen Habermas: Vernunft, Kommunikation und Emanzipation. Versuch einer Rekonstruktion und Kritik«

Projektbeschreibung:
Mit dem Titel Jürgen Habermas: Vernunft, Kommunikation und Emanzipation. Versuch einer Rekonstruktion und Kritik ist mein Forschungsprojekt Teil eines Projekts, das in einem Buch über das philosophische Denken von Jürgen Habermas gipfeln soll. Es handelt sich um eine historisch-systematische Rekonstruktion in kritischer Absicht der Hauptphasen von Habermas‘ Denken, die durch die Werke abgegrenzt sind, die sowohl aufgrund ihres Ansatzes als auch wegen ihres thematischen Kerns und ihrer argumentativen Solidität sowie durch die Wirkungen und den Einfluss, den sie innerhalb und außerhalb der deutschen philosophischen Diskussion hatten, als seine Schlüsselwerke gelten. Gleichzeitig werde ich dabei versuchen, die Probleme vorzustellen und zu behandeln, die der Habermassche Ansatz mit seiner kommunikativen Transformation der Vernunft, seiner quasi-ontologischen Unterscheidung zwischen System und Lebenswelt, seinem Prozeduralismus im Bereich von Moral, Recht und Politik und schließlich mit seiner geringen Aufmerksamkeit für die Probleme transnationaler Gerechtigkeit und der Armut und Ungleichheit in der Dritten Welt und für die Notwendigkeit einer Kritik am Kapitalismus heute aufgeworfen hat. (Gustavo Leyva)

Zusammenarbeit:
Gustavo Leyva ist als Humboldt-Forschungsstipendiat und auf Einladung von Matthias Lutz-Bachmann (Professor der Philosophie an der Goethe-Universität) zu Gast am Forschungskolleg Humanwissenschaften.

Wissenschaftliches Profil von Gustavo Leyva


Gustavo Leyva ist Professor für Philosophie am Institut für Philosophie der »Universidad Autónoma Metropolitana-Iztapalapa« in Mexiko Stadt. Seine Doktorarbeit schrieb er über »Die Analytik des Schönen und die Idee des sensus communis in der ›Kritik der Urteilskraft‹« unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Rüdiger Bubner an der Philosophischen Fakultät der Eberhard-Karls-Universität Tübingen (1997). Leyva ist Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der »Biblioteca Immanuel Kant«, herausgeben von der Universidad Autónoma Metropolitana-Iztapalapa, der Universidad Nacional Autónoma de México und dem mexikanischen Verlag Fondo de Cultura Económica.



Forschungsschwerpunkte:
Deutsche klassische Philosophie von Kant bis zu Nietzsche; Ethik und Politische Philosophie; Analytische Philosophie, Pragmatismus und Poststrukturalismus

Veröffentlichungen (Auswahl):
  1. La filosofía en México en el siglo XX. Un ensayo de reconstrucción histórico-sistemática, Mexiko: Secretaria de Cultura 2018.
  2. (Hg. mit A. Peláez und P. Stepanenko) Los rostros de la razón: Immanuel Kant desde Hispanoamérica, 3 Bde, Mexiko: Anthropos Editorial 2018.
  3. (mit Granja Castro und Dulce María) »Kant-Studien«. In: Kant-Studien, Bd. 106, Nr. 1 (2015), S. 165-168.
  4. (Hg. mit Vittoria Borsò und Yasmin Temelli) Democracia y violencia entre lo global y lo local /Demokratie und Gewalt Zwischen del Globalen und Lokalen, Düsseldorf University Press 2014.
  5. »Democracy in Latin America: An Unfinished Project«, In: Journal of the British Society for Phenomenology, Bd. 45, Nr. 1 (2014), S. 59-71.
  6. »Identidad, Alteridad y Extrañeza: entre la inclusión, la exclusión y la extrañeza radical«, publicado en la Sección Monográfica: »The Paths of the Alien: on the Philosophy of Bernhard Waldenfels« de la revista electrónica: ETICA & POLITICA / ETHICS & POLITICS. Rivista di filosofia / A Review of Philosophy., Bd. 13, Nr. 1 (2011), S. 174-195.
  7. »Notizen zur neueren Rezeption der kantischen Ethik in der angloamerikanischen Philosophie (Zweiter Teil)«, In: Philosophische Rundschau. Eine Zeitschrift für philosophische Kritik, Bd. 50, Heft 1 (2003), S. 43-61.