Yael Peled



Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institute for Health and Social Policy, McGill University Montreal

Aufenthalt am Forschungskolleg Humanwissenschaften:
April 2019–Juli 2019

Forschungsthema am Forschungskolleg Humanwissenschaften:
»Language as a Complex System: Its Sociocultural Basis and Ethical and Policy Challenges«

Projektbeschreibung:
Als Fellow im Rahmen des Komplexitätsprojektes und vor dem Hintergrund meiner interdisziplinären Forschungserfahrungen untersuche ich das ethische und politische Leben von Sprache im Verhältnis zu Fragen der Handlungsfähigkiet (agency), Autonomie und Intentionalität. Mein Projekt baut auf Ergebnisse der Komplexitätstheorie auf, um die sozialen, kulturellen und politischen Implikationen von Sprache zu erforschen - in einer Welt, die sich durch komplexe moralische Ordnungen auszeichnet. Dabei untersuche ich die angewandten Ethiken verwandter Themen, die in aktuellen Debatten - beispielwseise über Einwanderung und Integration - vorkommen sowie ihre epistemischen und (inter)disziplinären Grundlagen. (Yael Peled)

Zusammenarbeit:
Yael Peled ist als Fellow des Forschungsprojektes »Komplexität in Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft« zu Gast am Forschungskolleg Humanwissenschaften. Das Projekt wird geleitet von Matthias Lutz-Bachmann (Professor für Philosophie an der Goethe-Universität) und Harald Schwalbe (Professor für Organische Chemie und Chemische Biologie an der Goethe-Universität). Es wird über einen Zeitraum von drei Jahren (2017–2019) von der Aventis Foundation gefördert.



Wissenschaftliches Profil von Yael Peled


Yael Peled hat 2012 am Nuffiled College der Oxford University mit einer Arbeit über »Linguistic Justice and Philosophical Empowerment: Two Justifications for a Plurilingual Theory of Democracy« promoviert. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf den vielfältigen Schnittstellen zwischen moralischem, politischem und sprachlichem Handeln. Sie interessiert sich auch für das Phänomen der Interdisziplinarität in den Sozial- und Geisteswissenschaften und für die Anwendung der Komplexitätstheorie (insbesondere komplexer adaptiver Systeme) auf die Politikforschung. Derzeit arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institute of Health and Social Policy der McGill University Medical School und untersucht den komplexen Zusammenhang zwischen Sprache und Gesundheit, wobei sie sich insbesondere mit der psychischen Gesundheit aus bioethischer Sicht beschäftigt.

Website:
Weitere Informationen zu Yael Peled finden Sie hier.

Forschungsschwerpunkte:
Sprachsphilosophie, Sprachethik, normative Sprachpolitik

Veröffentlichungen (Auswahl):
  1. (mit Matteo Bonotti): »Sound Reasoning: Why Accent Bias Matters for Democratic Theory «, in: Journal of Politics (im Erscheinen).
  2. »The Political Ethics of Linguistic In-Betweenness«, in: T. Ricento (Hrsg.) Language and Politics in Canada and the United States (Cambridge University Press, im Erscheinen).
  3. Language Barriers and Epistemic Injustice in Healthcare Settings. In: Bioethics, Spezialausgabe: Migration, health & ethics: Integrating discourses on the ethics of healthcare for migrants 32/6 (2018), S. 360-367.
  4. »Towards an Adaptive Approach to Linguistic Justice: Three Paradoxes«, in: M. Gazzola, T. Tempin and B.-A. Wickström (Hrsg.) Language Policy and Linguistic Justice: Economic, Philosophical and Sociolinguistic Approaches, Amsterdam: Springer 2018, S. 173-188.
  5. »Language Ethics and the Interdisciplinary Challenge«, in: J. W. Tollefson and M. Pérez-Milans (Hrsg.) The Oxford Handbook of Language Policy and Planning, Oxford: Oxford University Press 2018, S. 140-161.
  6. (mit Leigh Oakes): Normative Language Policy. Ethics, Politics, Principles, Cambridge: Cambridge University Press 2017.
  7. (mit Matteo Bonotti): »Tongue-Tied: Rawls, Political Philosophy and Metalinguistic Awareness«, in: American Political Science Review 100/4 (2016), S. 798-811.