Daniela Rando



Professorin für Mittelalterliche Geschichte, Universität Pavia (Italien)

Aufenthalt am Forschungskolleg Humanwissenschaften:
Juni‒August 2017

Forschungsthema am Forschungskolleg Humanwissenschaften:
»Bedeutung der Konzilien am Ende des 15. Jahrhunderts«

Projektbeschreibung:
Die Bedeutung der Studia zu Themen, Teilnehmern und Prozedere der Konzilien in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts, von Konstanz über Pavia-Siena und Florenz bis Basel-Lausanne, ist schon länger ein Gegenstand der Forschung; die Rück- und Wechselwirkung der vielfältigen Konzilserfahrung auf Studenten, Dozenten und das innere Gefüge der Universitäten aus der nachkonziliaren Zeit bleibt aber zum grossen Teil noch unerforscht. Ausgehend von zwei Fallbeispielen, Pavia und Padua, wird ein erster Versuch über Möglichkeit, Methode und Ertrag dieser Neuorientierung unternommen. Dabei soll weniger die Rezeption von Konzilskanones etwa zu Ekklesiologie und Kirchenreform, sondern eher neue Wege der Vernetzung von Gelehrten (z.B. zwischen den Universitäten Basel/Pavia/Bologna und Wien/Padua), sowie inneruniversitäre Entwürfe zur Curricula-, Verwaltungs- und Regierungsweiterentwicklung ausgelotet werden. (Daniela Rando)

Zusammenarbeit:
Daniela Rando folgt einer Einladung von Luise Schorn-Schütte, Professorin em. für Neuere Allgemeine Geschichte unter besonderer Berücksichtigung der Frühen Neuzeit.

Wissenschaftliches Profil von Daniela Rando


Daniela Rando ist seit 2004 Professorin für mittelalterliche Geschichte an der Universität Pavia in Italien und hat darüber hinaus eine Stellung als Gastprofessorin an der Ludwig-Maximilians-Universität München inne. Ebenso ist Daniela Rando unter anderem Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Forschungsstelle für vergleichende Ordensgeschichte in Dresden.

Homepage:
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Forschungsschwerpunkte:
Geschichte Venedigs im Hochmittelalter; »Memoria« und Selbstzeugnisse im 15. Jahrhundert; Vergleichende Historiographiegeschichte (das mittelalterliche Venedig in der europäischen Kultur 19.-20. Jahrhundert).

Veröffentlichungen (Auswahl):
  1. »Macht der Schrift – Ohnmacht der Gelehrten? Philologie und Politik im 15. Jahrhundert am Beispiel von Brixen und Trient«, in: Schriftkultur zwischen Donau und Adria bis zum 13. Jahrhundert, Bd. 8 (2008), S. 547−566.
  2. »Johannes Hinderbach (1418-1486). Eine ›Selbst‹-Biographie«, in: Schriften des Italienisch-Deutschen Historischen Instituts in Trient, Bd. 21 (2008).
  3. »Le avventure della ›devotio‹ nell’Italia del Tre-Quattrocento, fra storia e storiografia«, in: Die »Neue Frömmigkeit« in Europa im Spätmittelalter, hg. von M. Derwich und M. Staub, Göttingen: Vanderhoeck und Rupprecht 2004, S. 331-351.
  4. »Ceremonial episcopal entrances in fifteenth century North-Central Italy: images, symbols, allegories«, in: Religious ceremonials and images: power and social meanings (1400-1750), hg. von J. P. Paiva, Centro de Història da Sociedade e da Cultura, European Science Foundation, Coimbra, Palimage editores 2002, S. 27-46.