Das Forschungskolleg Humanwissenschaften: Veranstaltungen

Donnerstag, 21.06.2018, 17:30 Uhr
Ort: Forschungskolleg Humanwissenschaften, Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg, Vortragsraum

Forschungskolleg Humanwissenschaften, Goethe-Universität Frankfurt am Main
Vortrag

Wendy Mayer (Australien)
»The Multiple Afterlives of Early Christian Homilies: Why and to whom does transmission matter?«

Der Vortrag ist Teil des Themenjahres des Historischen Kollegs über »Christianisierungen in der Spätantike«.

Zum Vortrag (englischsprachig)
The pursuit of what happened to a homily after it was originally preached could be considered a rather esoteric topic. Surely, one might think, only the original setting, audience, and preacher are important. Yet early Christian homilies frequently had a rich afterlife in which they were transmitted, translated, and transformed, sometimes bearing only partial resemblance to the original. This process, as we will argue, is fascinating in its own right. It has a lot to say about the communities that received them. In this lecture we will talk about the multiple ways in which a homily could be transmitted, engaging with questions not just about authenticity and originality, but especially about the purpose of transmission. What does this have to say about who was doing the transmitting, about the communities within which the transmitted homily circulated, and about how and why homilies were reshaped in the process?

Prof. Dr. Wendy Mayer ist Associate Dean for Research am Australian Lutheran College der University of Divinity in North Adelaide, Australien. Sie ist international bekannt für ihre Arbeit zur frühchristlichen Predigt. Einer ihrer Forschungsschwerpunkte liegt dabei auf Johannes Chrysostom, der um die Wende vom vierten zum fünften Jahrhundert Bischof von Konstantinopel war, sowie auf Predigten in den Kirchen von Antiochia. Publikationen (Auswahl): The Changing Shape of Liturgy: From earliest Christianity to the end of Late Antiquity, in: Liturgy’s Imagined Past/s: Methodologies and Materials in the Writing of Liturgical History Today (hgg. v. Teresa Berger/ Bryan Spinks, Collegeville 2016), 275–302; (Hrsg. zus. mit Geoffrey D. Dunn) Christians Shaping Identity from the Roman Empire to Byzantium: Studies inspired by Pauline Allen, Supplements to Vigiliae Christianae 132, Leiden 2015.

Prof. Dr. Dr. Matthias Lutz-Bachmann ist Professor für Philosophie an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main und Direktor des Forschungskollegs Humanwissenschaften der Goethe-Universität in Bad Homburg.

Prof. Dr. Hartmut Leppin ist Professor für Alte Geschichte an der Goethe-Universität Frankfurt und Programmverantwortlicher des Themenjahres »Christianisierungen in der Spätantike«.

Dr. Philip Forness ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Leibniz-Projekt »Polyphonie des Christentums« und Organisator der Tagung »The Transmission of Early Christian Homilies from Late Antiquity to the Middle Ages«, in deren Rahmen dieser öffentliche Vortrag stattfindet.

Zum Themenjahr »Christianisierungen in der Spätantike«
Zu den weltgeschichtlich folgenschwersten Entwicklungen der Antike gehört, dass die Mittelmeerwelt christlich wurde. Das ist ein vielschichtiger Prozess, da in verschiedenen gesellschaftlichen Feldern unterschiedliche Prozesse der Christianisierung stattfanden. So entstanden etwa im Bereich der Sexualethik ganz neue Normen, die nicht die Pflicht zur Kinderzeugung ins Zentrum rückten, sondern die Kontrolle über die eigenen Laster. In anderen Bereichen wie der Philosophie wurden nicht-christliche antike Formen weitergeführt. Auch erfolgte die Entwicklung zur Christianisierung des Reiches nicht linear: So führte die Hinwendung Constantin des Großen zum Christentum im Jahr 312 nicht dazu, dass sofort das ganz Reich christlich überformt wurde, vielmehr wurden manche Felder – etwa die kaiserliche Selbstdarstellung – religiös neutralisiert: Man verzichtete darauf, die religiösen Differenzen zu thematisieren.

Weitere Informationen: Dr. Ellinor Schweighöfer, Projektreferentin (Email: schweighoefer@forschungskolleg-humanwissenschaften.de)

Um vorherige Anmeldung wird gebeten unter info@forschungskolleg-humanwissenschaften.de.

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