Das Forschungskolleg Humanwissenschaften: Veranstaltungen

Donnerstag, 20.10.2016, 19:00 Uhr
Forschungskolleg Humanwissenschaften

Historisches Kolleg im Forschungskolleg Humanwissenschaften
Abendvortrag

Thomas Kaufmann (Georg-August-Universität Göttingen)
»Reformation und Buchdruck«

Zum Vortrag
Es ist unstrittig, dass Reformation und Buchdruck in einem engen Zusammenhang stehen. Der Vortrag beschäftigt sich etwa mit der Rolle, die Luther bei der Erstellung von Druckausgaben eigener Manuskripte spielte. Wie funktionierten die Arbeitsabläufe? Wie kam es zur Beschleunigung der Produktionspraxis? Welche Kenntnisse besitzen wir über die Marktstrukturen und die Aktivitäten sonstiger Buchakteure?

Zum Redner
Thomas Kaufmann ist Professor für Kirchengeschichte an der Georg-August-Universität. Er studierte von 1981-1987 evangelische Theologie. Anschließend an seine Promotion zum Doktor der Theologie im Jahre 1990 habilitierte er 1994 für Kirchengeschichte in Göttingen. Im Jahr 2000 übernahm er dann den Lehrstuhl für Kirchengeschichte an der Georg-August-Universität Göttingen und war von 2003-2005 Dekan an der selbigen.
Seit 2011 ist er im Vorstand des Vereins für Reformationsgeschichte und seit 2012 erster Vizepräsident und Vorsitzender der Philologisch-Historischen Klasse der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.
Im Sommer 2016 ist er auf Einladung von Frau Professor Luise Schorn-Schütte und dem Historischen Kolleg des Foprschungskollegs Humanwissenschaften Fellow am Forschungskolleg Humanwissenschaften.

Zum Themenjahr »Reformationen ‒ Kontinuitäten und Brüche«
Das Themenjahr widmet sich Spezialaspekten der reformatorischen Bewegung in Europa, die sich von Wittenberg ausgehend in ganz Europa verbreitete, aber je unterschiedliche regionale Wirkungen hatte. Deshalb auch ist die enge Verzahnung von Religion und Politik, die eine der wesentlichen Folgewirkungen der Reformation war, in allen Teilen Europas unterschiedlich dicht vollzogen worden. Das ursprünglich geistliche Reformanliegen wandelte sich in dieser Verzahnung zu einem theologiepolitischen; in der Forschung ist deshalb auch oft von einer »politischen Theologie« gesprochen worden. Diese Interpretation soll in einigen öffentlichen Vorträgen thematisiert werden, ist sie doch eine der viel diskutierten und kritisierten »unbeabsichtigten Nebenfolgen« des reformatorischen Aufbruchs. Die daraus abgeleiteten Deutungen u.a. vom stets obrigkeitsgläubigen Lutheraner und dem stets demokratieverbundenen Calvinisten sollen in ihrer Entstehung erklärt werden. Das Ziel des Themenjahrs besteht nicht zuletzt darin, durch die Freilegung solcher zeitgebundener Deutungsmuster den Kern des reformatorischen Anliegens auch für die Gegenwart wieder besser verständlich zu machen.

Kontakt und Information
Ellinor Schweighöfer: Schweighoefer@forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Um Anmeldung wird gebeten: info@forschungskolleg-humanwissenschaften.de; Tel: 06172-139770.

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