Das Forschungskolleg Humanwissenschaften: Veranstaltungen

Montag, 26.10.2015, 18:00 Uhr
Vortragsraum im Forschungskolleg Humanwissenschaften

Historisches Kolleg im Forschungskolleg Humanwissenschaften
Abendvortrag

Andreas Eckert (Berlin)
»Kapitalismus auf dem vergessenen Kontinent: Die ›große Divergenz‹ seit 1800 und der Wandel von Arbeitsformen in Afrika«

Zum Vortrag
Andreas Eckert, ein profunder Kenner der Geschichte des Kolonialismus und Afrikas, wirft in seinem Vortrag zunächst die Frage auf, wie sich die als Kernmerkmal des modernen Kapitalismus angesehene »freie Lohnarbeit« genauer definieren lässt. Ist die Grenze zu Formen »gebundener Arbeit« wirklich trennscharf zu ziehen? Für den Referenten ist dies der Ausgangspunkt, um sich näher mit den Auswirkungen auseinanderzusetzen, welche die »große Divergenz« zwischen der atlantischen und der asiatischen Welt seit 1800 auf Afrika und die dort anzutreffenden traditionellen Arbeitsformen hatte. Er diskutiert, ab wann auf diesem – auch von der Forschung lange nahezu vergessenen – Kontinent tatsächlich von Kapitalismus gesprochen werden kann.
Mit dem Vortrag wird das Themenjahr 2015/16 des Historischen Kollegs »Varianten des Kapitalismus – der atlantische Raum und Asien« fortgesetzt.

Der Redner
Prof. Dr. Andres Eckert ist Professor für die Geschichte Afrikas am Institut für Asien- und Afrikawissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Globalgeschichte und umfassen u.a. die Geschichte des Kolonialismus und der Arbeit. Er leitet das Internationale Geisteswissenschaftliche Kolleg »Arbeit und Lebenslauf in globalgeschichtlicher Perspektive« der Humboldt-Universität zu Berlin. Zu seinen jüngsten Veröffentlichungen zählt der gemeinsam mit Babacar Fall und Ineke Phaf-Rheinberger herausgegebene Band Travail et culture dans un monde globalisé (Paris 2015).

Begrüßung
Prof. Dr. Dr. Matthias Lutz-Bachmann lehrt Philosophie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Er ist Direktor des Forschungskollegs Humanwissenschaften in Bad Homburg. Von 2009 bis 2015 war er Vizepräsident der Goethe-Universität.
Prof. Dr. Andreas Fahrmeir lehrt Neuere Geschichte an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Zudem ist er Wissenschaftlicher Koordinator des Historischen Kollegs im Forschungskolleg Humanwissenschaften.

Moderation
Prof. Dr. Werner Plumpe lehrt Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. 2015/16 ist er für das Historische Kolleg im Forschungskolleg Humanwissenschaften Programmbeauftragter für das Jahresthema des Kollegs »Varianten des Kapitalismus ‒ Der atlantische Raum und Asien«.

»Varianten des Kapitalismus ‒ der atlantische Raum und Asien«
Das Historische Kolleg im Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität lädt im akademischen Jahr 2015/16 zum neuen Nachdenken über die »Varianten des Kapitalismus – der atlantische Raum und Asien« nach Bad Homburg ein. In einer Serie von Vorträgen, Seminaren und interdisziplinären Workshops soll eine neue Perspektive auf die Evolution verschiedener Varianten des globalen Kapitalismus in der atlantischen Welt und Asien entwickelt werden. Im Kern geht es darum, die Strukturmerkmale des modernen Kapitalismus ‒ wie sie von der älteren Forschung herausgearbeitet und weithin akzeptiert wurden, etwa die individuellen Eigentums- und Verfügungsrechte oder die viel zitierte »freie Lohnarbeit« ‒ kritisch zu überprüfen: Sind sie für die Entwicklung der je spezifischen Varianten des Kapitalismus in den verschiedenen Weltregionen des atlantischen und asiatischen Raums tatsächlich noch immer gültig? ‒ Das Themenjahr 2015/16 wird gefördert von dem Unternehmer Stefan Quandt. Sponsorin des Historischen Kollegs ist zudem die Dagmar-Westberg-Stiftung.

Kontakt und Information
Dr. Friederike Sattler: Friederike.Sattler@hk.badw.de

Um Anmeldung wird gebeten: info@forschungskolleg-humanwissenschaften.de; Tel: 06172-139770.

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